Yoga für KrebspatientInnen

sanftes  yoga  &  meditation  für  krebs  patientinnen und Überlebende

komme  nach  Hause  zu  deinem  Körper,  zu  dir  selbst

Meine persönlichen Erfahrungen haben mich die ungeahnte Heilkraft von Yoga und Meditation gelehrt. Ich habe damit mein Rheuma sog. Fibromyalgie, Kindheitstraumata und meine emotionale Instabilität geheilt. Mein Weg zeigte mir, dass Psychotherapie, die kognitive Auseinandersetzung mit meinen Problemen hilfreich war, aber nicht reichte. Ich brauchte mehr: die Integration von Körper, Geist und Seele.

 

Zudem begleitete ich meinen geliebten Vater während acht Jahren in seinem Kampf gegen Lymphdrüsen Krebs.

 

Dank der Schulmedizin und Ayurveda konnte er noch viele Jahre das Leben mit seiner Frau geniessen. Trotzdem haben wir viele Momente erlebt, wo der Tod ganz nah war, aber er war ein Kämpfer und liebte das Leben zutiefst. Er war ein sehr rationaler Mann und kaum am Yoga interessiert. Jedoch halfen ihm autogenes Training, Meditation und Ayurveda viele Emotionen zu verarbeiten und schmerzhafte Behandlungen zu ertragen. Am schlimmsten waren nicht die Symptome der Krankheit selbst, sondern Ängste, Wut, Trauer, Terror, Verwirrung, Zweifel, Hoffnungen, Enttäuschungen, Schwäche, extremste Müdigkeit, körperliche Beschwerden und die bloßen Nebenwirkungen der Behandlungen.

 

Es werden immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen zur Wirksamkeit von Yoga und Meditation durchgeführt, wie zum Beispiel von Prof. Dr. Lorenzo Cohen von der Universität Texas oder Dr. Sat Bir Khalsa von der Harvard Medical School. Es wurden eine Reihe von neuen Forschungen durchgeführt, die die Vorteile von Yoga und Meditation aufzeigen, z.B. wie es die Gehirnstruktur verändert, das Nervensystem positiv beeinflusst, die Gewebe- und Knochenstruktur verbessert und insgesamt messbare positive Auswirkungen auf die Gesundheit und somit Heilung hat. Die Wissenschaft bestätigt mittlerweile, dass Yoga genauso wissenschaftlich wie spirituell ist. Daher wird Yoga mittlerweile auch oft von ÄrztInnen und OnkologInnen empfohlen.

 

Ich bin überzeugt, dass ein integrativer Ansatz des Yoga, mit dem Schwerpunkt auf Atmung und Achtsamkeitsmeditation, in Ergänzung zu konventionellen Behandlungen, PatientInnen und Überlebenden eine große Unterstützung sein kann. Während medizinische Behandlungen darauf abzielen, den Körper von der Krankheit zu befreien, können sie auch Beschwerden und Nebenwirkungen verursachen. Oftmals hat das medizinische Personal auch keine Zeit sich den körperlichen und emotionalen Bedürfnissen jedes Einzelnen und seinem gesamten Wohlbefinden zu widmen. Natürlich ist Yoga kein Allheilmittel, aber es kann sicherlich Stress, Ängste und Nebenwirkungen lindern, sowie Körper und Geist stärken.

 

Der Buddha sagte einmal: "Es gibt keinen Weg nach Hause. Zuhause ist der Weg."

In diesem Sinne, lade ich ein den eigenen Körper zu befreunden und zum eigenen Körper nach Hause zu kommen. Unser Körper ist unser Zuhause, nicht irgendein Objekt, sondern dieser Körper erlaubt uns das Leben zu erleben und lebendig zu sein. Schenken wir unserem Körper wieder Aufmerksamkeit und Mitgefühl, die er so nötig braucht. 

 

Für die Yogapraxis bedeutet dies ganz konkret, dass es grundlegend ist Leichtigkeit in den Yogaübungen zu kultivieren. Denn nur wer sich gut spürt, die Gelenke offen lässt und positiv gestimmt ist, nur dort kann die Lebensenergie, wie auch immer sie heißen mag (Qi, Kundalini, Prana, Mana...) fließen. 

 

Sanftes, meditatives Yoga stimuliert die Entgiftung des Gewebes und des Nervensystems. Es stärkt das geschwächte Immunsystem und baut neue Knochendichte auf, die häufig durch Strahlung angegriffen wird. Das Yoga hilft dabei, neue Kraft, Flexibilität und körperliches Wohlbefinden zu finden. Regelmäßig geübte Meditation versetzt den Geist in ein positiveres emotionales Gleichgewicht. Die Verbesserung der Wahrnehmung des physischen Körpers stärkt die Intuition und das Vertrauen. Sie befähigt den Praktizierenden, sich als Leben wahrzunehmen, Lebendigkeit zu fühlen, Hoffnung zu schaffen und Gemeinschaft zu finden. Insgesamt werden die Selbstheilungskräfte des Körpers gesteigert. Der Körper ist sehr intelligent und alle seine Organismen reagieren äußerst empfindlich, aber wenn wir verstehen lernen zulassen was ist, zuhören, akzeptieren und sich ergeben, dann kann Heilung stattfinden.

 

Hinzu kommt, dass der Körper sehr empfindlich und empfänglich ist, somit werden medizinische Behandlungen oft als Schocks und Traumata im Gewebe gespeichert. Das ist natürlich. Dies kann durch sanfte Berührungen, leichtes Klopfen und Streicheln, letztlich durch liebevolle Zuwendung und hingebungsvolle Selbstliebe gegenüber dem Körper und sich selbst wieder gelöst werden.

 

Ebenso entmacht die regelmäßige Meditation auch Spannungen und Ängste. Meditation verleiht Momente der Stille und Ruhe, durch die der Geist geklärt und gestärkt wird. Wichtig ist lediglich, dass die Meditation Spass macht und das gelingt durch angenehmes, leichtes Sitzen. Denn nur dann fliesst es im Körper und neue Freude, Zufriedenheit, Ruhe, Vertrauen und Lebenskraft können genährt werden.

 

Diese Praxis kann jeden in einen Löwen oder eine Löwin verwandeln und kämpfen, heilen und Kraft zurückgewinnen, weil der Heilungsprozess im Innern initiiert wird. 

 

Buchempfehlung: 

- "Antikrebsplan: Vorbeugen, Unterstützen, Nachsorgen mit den 6 Säulen der Gesundheit", 2018, Von: Dr. Lorenzo Cohen.

- "The Principles and Practice of Yoga in Health Care", 2017, Div. Autoren u.a. Lorenzo Cohen, Sat Bir Khalsa.

 

 

 

"Ich glaube, dass die Einheit von Geist und Körper eine objektive Realität ist. Sie sind nicht nur Teile,

die irgendwie miteinander verbunden sind, aber ein untrennbares Ganzes. 

Ein Gehirn ohne Körper könnte nicht denken. "

- Moshe Feldenkrais -